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Verfügbare AAL-Referenzarchitekturen und -plattformen
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Cristian Hofmann

 

Eine Begriffserkundung und Übersicht


Was genau ist eine AAL-Referenzarchitektur und was ist unter einer AAL-Plattform zu verstehen? In diesem Artikel definieren wir diese Begriffe und geben einen Überblick über relevante Projekte.

 


Inhalt

AAL-Referenzarchitekturen vs. AAL-Plattformen

Auflistung und Kurzbeschreibung von Referenzprojekten


 

Technische Lösungen für Ambient Assisted Living (AAL) erfordern unter anderem ein hohes Maß an Flexibilität, Adaptierbarkeit, und Verlässlichkeit. Grund dafür ist zum einen die Breite an beteiligten Akteuren, welche vom Entwickler über Dienstleister bis hin zum Endbenutzer reicht. Zum anderen müssen die individuellen Anforderungen und Präferenzen von assistierten Personen angemessen berücksichtigt werden, die sich in der Regel im Laufe der Zeit ändern. Wie bereits andere Anwendungsdomänen aufgezeigt haben, verschlingt die Realisierung entsprechender Anwendungen und Plattformen erhebliche Ressourcen hin-sichtlich erforderlicher Dienste und technologischer Produkte, die von einer Reihe von unterschiedlichen Anbietern bereitgestellt werden.

 

Der Einsatz von AAL-Plattformen ermöglicht ein kohärentes Agieren von Diensten, Geräten und Softwarekomponenten unterschiedlicher Hersteller und Dienstleister im Rahmen einer offenen und erweiterbaren Infrastruktur. Derartige Infrastrukturen erlauben unter anderem (a) die Integration verschiedener Sensoren, Aktuatoren und sonstigen Gerätschaften gemäß dem Plug&Play-Prinzip, (b) die Koordination unterschiedlicher Services, potentiell auch zu übergeordneten Service-Kompositionen, oder (c) eine interoperable Kooperation der Umgebung mit existierenden Systemen oder anderen Domänen. Darüber hinaus wird eine kosten-günstige Produktion von Einzellösungen auf Basis einer für Hersteller gemeinsamen Plattform gefördert.

 

In diesem Artikel wird eine Begriffsbestimmung hinsichtlich AAL-Referenzarchitekturen und AAL-Plattformen vorgenommen. Weiterhin wird eine Übersicht über relevante Referenzprojekte gegeben.

 

AAL-Referenzarchitekturen vs. AAL-Plattformen

Im Bereich von AAL-Plattformen kann eine Reihe von Projekten aus Forschung und Industrie identifiziert werden (eine Auflistung relevanter Projekte wird weiter unten bereitgestellt). Bei der Differenzierung von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und marktreifen Produkten ist dabei zwischen zwei unterschiedlichen Schlüsselbegriffen zu unterscheiden: Referenzarchitektur und Plattform.

 

Referenzarchitektur. Generell kann ein sogenanntes Referenzmodell als Vorlage oder Bauplan für die Entwicklung von Lösungen für spezifische Anwendungen oder Probleme angesehen werden. In diesem Kontext versteht man unter einer Referenzarchitektur die semi-formale Beschreibung aller Einzelelemente eines technischen Systems hinsichtlich ihres Typs, den bereitgestellten Funktionen und Interaktionen. Hierbei werden also die Softwarekomponenten des Systems spezifiziert sowie die nach Außen sichtbaren Eigenschaften und deren Interrelationen. Die Beschreibung geschieht auf abstrakte Weise - unabhängig von konkreten Technologien, Protokollen und sonstigen Produkten.

 

Plattform. Unter einer AAL-Plattform versteht man im Allgemeinen die konkrete Implementierung eines Systems bzw. einer AAL-Infrastruktur. Grundlage bildet dabei eine konkrete Systemarchitektur. Hier werden alle involvierten Technologien, Protokolle und Komponenten sowie ihre wechselseitigen Beziehungen auf eine detailliertere Weise spezifiziert, so dass eine direkte Implementierung stattfinden kann.

 

Auflistung und Kurzbeschreibung von Referenzprojekten

Plattform

Kurzbeschreibung

Projektwebsite

Artikel in AAL-Kompetenz

Alhambra

Bei Alhambra handelt es sich um eine auf dem Equinox OSGi-Framework basierendes Service-Gateway zur Gebäudeautomatisierung, welches durch die Abteilung „Intelligente Raum- und Gebäudesysteme“ (IRG) des Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS) zur Gebäudesteuerung entwickelt wurde.

Keine Webpräsenz vorhanden

Alhambra - Home Automation Service Gateway

Amigo - Ambient intelligence for the networked home environment

Fünfzehn führende europäische Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Mobile & Home Networking, Softwareentwicklung, Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte haben sich im Amigo Projekt zusammengeschlossen, um das Potential von Home Networking auszuschöpfen.

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Continua Health Alliance

Die Continua Health Alliance ist eine gemeinnützige offene Vereinigung von Unternehmen aus dem Gesundheitswesen und dem Technologiebereich, die sich zusammengeschlossen haben, um die Qualität der persönlichen Gesundheitsfürsorge zu verbessern. Dabei wird eine geeignete Referenzarchitektur für durchgänge Personal-Health-Lösungen entwickelt, die sich stark an existierende Industriestandards anlehnt.

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Interoperabilität medizinischer Geräte - Continua

HYDRA – Networked Embedded System Middleware for Heterogeneous Physical Devices in a Distributed Architecture

Ziel des Hydra-Projekts ist es, Middleware für vernetzte eingebettete Systeme zu erforschen, zu entwickeln und zu validieren, die es Entwicklern ermöglicht, kosteneffektive, hochleistungsfähige Ambient Intelligence (AmI) Anwendungen für heterogene, physikalische Geräte zu entwickeln.

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HYDRA:

LinkSmart - Middleware für vernetzte eingebettete Systeme

i2home

Der Forschungsschwerpunkt von i2home ist die intuitive Interaktion für jedermann mit Heimelektronik, die auf Industriestandards basiert. Aus i2home entwickelte sich das URC Projekt heraus (s. unten).

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MPOWER

MPOWER wird eine offene Plattform definieren, die die Entwicklung und das Aufsetzen von Diensten zur Unterstützung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen erleichtern und beschleunigen soll.

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MonAMI - Mainstreaming on Ambient Intelligence

MonAMI möchte aufzeigen, dass sinnvolle Dienste für ältere und körperlich oder geistig eingeschränkte Personen durch etablierte Systeme und Technologien bereitgestellt werden können.

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OASIS - Open architecture for Accessible Services Integration and Standardisation

Ontologien bilden die Grundlage der OASIS Referenzarchitektur und Plattform, die semantische Dienste mit Blick auf eine eigenständige Lebensgestaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität umfasst. Durch Verwendung von Dienstontologien, wird die Interoperabilität von Diensten und Applikationen aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern gesteigert.

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Eine offene, innovative Referenzarchitektur für Ambient Assisted Living Anwendungen - OASIS Architektur Übersicht

openAAL - the open source middleware for Ambient-Assisted Living

openAAL ist eine gemeinsame Open-Source-Initiative von FZI Forschungszentrum Informatik, CAS Software AG und die Friedrich-Schiller-Universität Jena. Es stellt eine flexible Middleware für AAL-Szenarien und basiert auf dem SOPRANO Projekt.

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openAAL - Die Open Source Middleware für Ambient-Assisted Living (AAL)

OSAmI - Open Source Ambient Intelligence

OSAmI erzielt die Etablierung von allgemeinen Open Source Grundlagen für eine dynamische service-orientierte Plattform.

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SOPRANO - Service-oriented Programmable Smart Environments for Older Europeans

Das Europäische Integrierende Projekt SOPRANO zielt auf die Schaffung einer offenen Plattform für Ambient-Assisted-Living-Lösungen, die älteren Menschen länger ein unabhängiges selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause ermöglichen sollen.

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PERSONA - PERceptive Spaces prOmoting iNdependent Aging

PERSONA hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität der rapide alternden Bevölkerung durch Ambient Assisted Living (AAL)-Technologien nachhaltig zu verbessern. Es wird eine Referenzarchitektur spezifiziert und eine Kommunikations-Middleware bereitgestellt.

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universAAL - Universal open platform and reference Specification for Ambient Assisted Living

Im Rahmen eines steigenden Marktpotentials für AAL Lösungen bietet universAAL eine offene Plattform, die durch einen standardisierten Ansatz die Entwicklung von AAL Lösungen technisch praktikabel und finanziell rentabel macht.

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universAAL - Eine Einführung in das universAAL-Projekt

URC

Die Universal Remote Console (URC) nach ISO/IEC 24752 Standard hat sich aufgrund des Interesses an standardisierten, offenen, skalierbaren und interoperablen Plattformen aus dem i2Home Projekt heraus zu einem ständig wachsendem Ökosystem verschiedener Akteure weiterentwickelt.

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Personalisierte und Barrierefreie Interaktion in „Intelligenten Umgebungen“

Universal Remote Console – URC

 


Autor

Christian Hofmann Dr. Cristian Hofmann ist Diplom-Informatiker und am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt als Senior Wissenschaftler und Projektmanager beschäftigt. Seine Forschungs­schwerpunkte liegen bei der Entwicklung von Methoden zur expliziten und impliziten Mensch-System-Interaktion auf Basis von spezifischer Sensorik und Aktorik, insbesondere zur Unterstützung von Installations- und Konfigurationsprozessen von AAL-Systemen.

 


Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 22. Dezember 2011 um 13:47 Uhr